Startseite » News » Recap: Oracle Health and Life Sciences Forum 2025

23 Dezember 2025

Recap: Oracle Health and Life Sciences Forum 2025

Am 12. Dezember 2025 fand das Oracle Health and Life Sciences Forum statt. Unter dem übergeordneten Motto „AI in Action“ wurden nicht nur Visionen geteilt, sondern konkrete Einblicke in die Architektur der „6th Generation EHR“ (Electronic Health Record) gewährt. Als INFORMATICS Healthcare waren wir vor Ort, um die Auswirkungen auf klinische Prozesse und die Strategien für unsere i.s.h.med-Kunden zu analysieren.

Hier fassen wir die wichtigsten technischen und strategischen Erkenntnisse zusammen.

KI in der klinischen Praxis: „Grounding“ statt Halluzinationen

Ein zentrales Thema des Forums war der Einsatz künstlicher Intelligenz, der über reine Spielerei hinausgeht. Oracle betonte dabei das Prinzip des „Grounding“: KI-Modelle werden strikt in klinischen Daten verankert, um sogenannte „Halluzinationen“ zu verhindern und vertrauenswürdige Ergebnisse zu liefern.

Dabei gilt der Grundsatz: Der Mensch behält die Kontrolle. Die KI fungiert als Assistent, der klinische Dokumente (wie Patientenzusammenfassungen) entwirft, die finale Freigabe obliegt jedoch immer dem medizinischen Personal. Ziel ist es, das EHR von einem reinen Aufzeichnungssystem zu einem aktiven Arbeitssystem („System of Work“) zu entwickeln.

Live Demo: Der „Story-Based Workflow“

In einer Live-Demonstration wurde die praktische Anwendung dieser neuen Architektur anhand der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften gezeigt. Besonders hervorzuheben sind hier die mobilen Dokumentationsmöglichkeiten:

  • Wunddokumentation: Pflegekräfte können Wunden per Foto erfassen. Die KI analysiert dabei automatisch Dimensionen (Breite, Höhe, Tiefe) und schlägt Updates für die „Body Map“ vor.
  • Conversational AI: Über eine integrierte Sprach-KI können Fragen zum Patienten direkt gestellt werden, um relevante klinische Kontexte schneller zu erfassen.
  • Care Coordination: Ein „Needs Attention“-Workspace priorisiert dringende Aufgaben und unterstützt die Schichtübergabe durch detaillierte Zeitachsen.

Strategie für i.s.h.med Kunden: Build – Buy – Integrate

Für bestehende i.s.h.med-Kunden skizzierte John Taylor eine klare Migrationsstrategie unter dem Leitbild „Build – Buy – Integrate“. Die technische Basis ändert sich dabei grundlegend:

  • Extensibility statt Core-Coding: Es wird keine direkten Eingriffe in den EHR-Codebase mehr geben. Stattdessen setzt die Architektur auf eine konfigurierbare Rules Engine, um Krankenhausspezifika abzubilden.
  • Oracle Integration Cloud (OIC): Die OIC fungiert als zentrale Integrationsschicht für Subsysteme.
  • SMART on FHIR: Kundenspezifische Apps können auf dem „Experience Layer“ gebaut werden, sofern sie den Regeln und dem SMART on FHIR-Standard entsprechen.

Die Migration soll durch bereitgestellte APIs und Tools erfolgen, wobei gilt: Je standardisierter das aktuelle Setup, desto einfacher der Übergang.

Roadmap und Ausblick

Oracle hat die EHR-Architektur von Grund auf neu gestaltet. Der Zeitplan sieht vor, dass Lösungen für den ambulanten Bereich („Outpatient“) im Jahr 2026 ausgerollt werden, gefolgt von stationären Anwendungen („Inpatient“). Erste „Early Access Sandboxes“ (zunächst US-Versionen) werden für das kommende Jahr erwartet, lokale Testumgebungen sollen folgen.

Fazit für INFORMATICS Healthcare

Das Feedback auf dem Forum hat uns bestätigt: Krankenhäuser schätzen INFORMATICS als Partner, der für schnelle und zuverlässige Arbeit bekannt ist.

Die neuen architektonischen Gegebenheiten erfordern jedoch Weitblick. Besonders für existierenden Custom Code, der nicht direkt migriert werden kann, bedarf es intelligenter Strategien zur Replikation in der neuen Umgebung. Wir werden uns intensiv mit Themen wie dem AI Studio, der Oracle Integration Cloud (OIC) und SMART on FHIR auseinandersetzen, um diesen Wandel aktiv zu gestalten.