SAP Lizenzen und Wartung

26. Juli 2018 • 13:01 Uhr

SAP Lizenzen und Wartung

In den letzten Jahren waren stets zwei Themen Brennpunkt der Diskussionen rund um SAP. Das ist zum einen die Lizenzierung im Allgemeinen und zum anderen die Umstellung der Wartung auf „Enterprise Maintenance“.
Bei der Wartung hat SAP damals zugestimmt, bei bleibender Standardwartung den Kunden auch eine schrittweise Annäherung an die Enterprise-Wartung zu ermöglichen. Diese hat eine viel längere Preisfixierung und das Delta ist nicht allzu hoch. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Mehrwert zu prüfen. Speziell die angebotenen TQC (Technical Quality Checks) und die engeren SLA-Zeiten haben Potenzial.

Komplexer sind aktuell die Lizenzthemen. Wichtig ist das Verständnis der ursprünglichen Problematik. Dabei gibt es zwei Problemfelder: Zum einen sind dies die Datenbanklizenzierungen. Nach der Fokussierung auf HANA gibt es Reibungspunkte mit anderen Herstellern, denn die Datenbanklizenzierung umfasst nur die ausgelieferten SAP Standardcodeteile. Jegliche Abweichung davon hat auch Auswirkungen auf die Datenbank. Deswegen werden gegebenenfalls erweiterte Nutzungen der SAP Software, etwa durch 3rd-Party-Produkte oder Eigenentwicklungen, auch gegenüber den Datenbankherstellern, lizenzpflichtig. Zur Vereinfachung dieser Thematik bedient sich SAP derzeit der „Netweaver Foundation“-Lizenzierung. Diese entfällt ab dem Moment, in dem ein Kunde sich für die „S/4HANA only“-Lizenzierung entscheidet. Die Auslegung ist jedoch sehr komplex. Es empfiehlt sich hier immer ein Gespräch zwischen dem Partner und im Einzelfall mit dem SAP Account Executive.

Etwas klarer stellt sich die indirekte Nutzungslizenzierung seit April 2018 dar. SAP hat die gesamte Lizenzierungsthematik in eine neue Form gegossen und unter dem Schlagwort „Digital Access“ veröffentlicht. Generell unterscheidet SAP derzeit drei unterschiedliche Zugriffsarten: den klassischen Direct Human Access, also den User-Zugriff, den SAP Application Access, der SAP Add-on und Cloud-Produkte beinhaltet, und den indirekten Digital Access. Dieser beinhaltet alle sonstigen Zugriffe über Geräte, 3rd-Party-Applications und -Plattformen.

Der Bereich SAP Application Access ist komplett neu. Dieser „cost-free“-Bereich beinhaltet alle angeschlossenen SAP Cloud-Produkte ERP-seitig. Ausgeschlossen davon sind jedoch technologische Lösungen wie SAP Cloud-Plattform und die Middleware Integration PO (XI, PI) sowie das Enterprise Information Management.

Spannender wird der Bereich des Digital Access, denn dieser ersetzt alle Gerüchte der letzten Monate, die unter dem Schlagwort „indirekte Nutzung“ kursiert sind. SAP hat hier eine Aufstellung von Dokumenttypen veröffentlicht (beispielsweise Auftrag, Einkaufsbeleg, Materialbeleg, Buchungsbeleg uvm.). Wenn nun außerhalb des eigenen SAP ERP-Systems ein solcher Beleg oder eine Belegposition angestoßen wird, dann ist diese Anlage zu lizenzieren. Dabei einigt man sich mit der SAP über das jährliche Mengengerüst und unterlegt dieses mit einer Einmallizenzierung samt der dahinterliegenden Wartung. Sie ersetzt das bekannte Sales Order Processing. Eine Mischlizenzierung ist nicht möglich. Es müssen alte Sales-Order-Processing -Lizenzen in neue Digital-Access-Lizenzen migriert werden. Auch in diesem Fall ist ein Expertengespräch ratsam. Die Lizenzierung wird an neue technische Anforderungen der IT angepasst und es wird mehr Transparenz und Planbarkeit gewährleistet.

Mehr Informationen finden Sie auf der SAP Website, aber auch im Gespräch mit ihrem SAP Account Executive oder bei unseren Lizenz-Ansprechpartnern Otto Kitzmüller und Nicole Jauker-Nadschläger.

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