Wir gratulieren zu 10 Jahren ERP Future!

12. November 2019 • 13:13 Uhr

Zehn Aussteller und mehr als 130 Besucher kamen am 12. November 2019 zusammen, um sich mit dem Thema Enterprise Resource Planning auseinanderzusetzen.

Wir gratulieren der ERP Future und Ihrem Kooperationspartner SIS Consulting unter der Leitung von Mag. Christoph Weiss zu erfolgreichen 10 Jahren und 12 Veranstaltungen und freuen uns darauf, 2020 wieder mit dabei sein zu können!

Den sehr gelungenen Nachbericht zur Veranstaltung von Mag. Dr. Felix Piazolo, Universität Innsbruck, möchten wir Ihnen aber nicht vorenthalten und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

 

ERP-Systeme haben sich selbst überlebt

Nach zehn Jahren ist die ERP Future, welche vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck in Kooperation mit Mag. Christoph Weiss ins Leben gerufen wurde, zum ersten Veranstaltungspartner, der FH Technikum Wien, zurückgekehrt. 

Die Aussteller der ERP Future 2019 sowie die SIS Consulting GmbH, präsentierten in kompakter und informativer Weise, wie die „ERP-Welt“ aktuell aussieht und wohin sich die Lösungen weiterentwickeln werden.

Die Herausforderungen der Anwenderorganisationen sind komplexer geworden, da sich die Umgebungsparameter als auch interne Rahmenbedingungen verändert haben. Mag. Florian Eckkrammer, Departmentleitung Computer Science am FH Technikum Wien, präsentierte in seiner Key Note „Auswahl und Einführung von IT-Systemen – komplex oder kompliziert?“ Lösungsansätze, wie mit komplexen und chaotischen Zuständen umgegangen werden kann, um abgrenzbare, komplizierte aber handhabbare sowie beherrschbare Situationen zu erreichen.

Weiters empfahl er, sich vor Augen zu führen, dass ein adäquates und professionelles Anforderungsmanagement mit iterativen retrospektiven Prüfmechanismen in der Definitions-, Entwicklungs- und Auswahlphase von IT-Systemen die Kosten im IT-Systembetrieb signifikant senkt. Der Aufwand von zu spät entdeckten Anforderungslücken bzw. Fehlern bei der Anforderungsdefinition resultiert in bis zu 200-fach hohen Folgekosten im Vergleich zu notwendig gewesenen Initialkosten. Das trifft auf jegliche IT-Projekte zu, unabhängig davon, ob es sich um BPM-, ERP-, CRM- oder BI-Systeme bzw. -Funktionalitäten handelt.

Die anwesenden ERP-Hersteller machten dieses Jahr fast durchgängig selbst darauf aufmerksam, dass es nicht mehr ausschließlich um Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Personalmanagement oder das Management von Dokumenten, Prozessen und Produktlebenszyklen geht. Die meisten technologiegetriebenen Schlagwörter und „Trends“ der letzten Jahre haben sich fest in den Erwartungshaltungen der Anwenderorganisationen verankert und spiegeln sich erfreulicherweise auch in den Produkten und Produktlandschaften wider.

Neben dem Mantelbegriff Digitalisierung hat sich mittlerweile auch der Begriff Artificial Intelligence im Marketing der Lösungsanbieter etabliert, wobei Integrationsaktivitäten in bestehenden Lösungen noch sehr selten sind. Es zeigt aber wiederholt auf, dass sich ERP-Systeme zu einem ganzheitlichen Lösungsansatz mit interoperablen Systemlandschaftskomponenten weiterentwickeln. Damit werden ERP-Systeme zum Kernelement einer unternehmensweiten Systemlandschaft.

Eine Neudefinition als Central Enterprise System (CES) wäre eine mögliche zukünftige Evolutionsstufe klassischer ERP-Systeme. Dies gilt es von wissenschaftlicher Seite sowie von den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Technologieunternehmen in Zukunft näher zu untersuchen, abzugrenzen und zu definieren.

Disruptive Ansätze sind dagegen aktuell nicht zu erkennen. Klassische ERP-Systeme haben sich durch ihre stetige Weiterentwicklung selbst überlebt, jedoch nicht im Sinne obsolet zu sein, sondern eine noch zentralere und interoperablere Rolle in der IT-Landschaft einer Anwenderorganisation einzunehmen; ganz im Sinne von Bond et al. „ERP is dead – long life ERP II“ (2000) und Hofmann „ERP is dead, long life ERP” (2008). ERP Systeme haben sich selbst überlebt und sich zugleich neu definiert.

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