Ariba, das neue SAP Business Network

20. Januar 2017 • 10:32 Uhr

Die Kolumne über ARIBA im E-3 Magazin von INFORMATICS Holding Geschäftsführer Otto Kitzmüller.

INFORMATICS Holding GF Otto Kitzmüller wurde letztes Jahr von den Redakteuren des E-3Magazings gebeten eine Kolumne aus dem Bereich B2B zu verfassen. 

Da wir Ihnen diese auch nicht vorenthalten wollen, anbei der veröffentlichte Artikel über "ARIBA, das neue SAP Business Network". 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

 

Durch die Übernahme des amerikanischen führenden B2B-Online-Netzwerkes Ariba hat SAP SE eine Tür zwischen der digitalen Vernetzung von Verkaufs- und Beschaffungsprozessen und dem SAP ERP geöffnet.

Die SAP zeigt seit über 2 Jahrzehnten mit R/3, wie man komplexe Systemintegration leben kann. In den letzten Jahren des digitalen Zeitalters steigen jedoch die Anforderungen an Mobilität und Flexibilität der Unternehmensprozesse. Ebenso gewinnt auch die Kollaboration zwischen Kunden und Lieferanten immer mehr an Bedeutung. Das macht die Öffnung der ureigenen Systemlandschaften notwendig.

 

Im Beschaffungsprozess der SAP waren es anfangs die Integrationen von Online-Katalog-Lösungen direkt in die Anforderungs- und Bestellprozesse des ERP Systems. Mit den SAP SRM Systemen entstanden neue, direkt in den Backend-Systemen verknüpfte Procurement-Prozessketten. In den letzten Jahren kamen noch SAP Workflows und EDI Anbindungen dazu, deren funktionelle Bedeutung in modernen Unternehmen immer stärker wurde. Wobei jede homogene IT Landschaft und deren Pflegeaufwände zu einem Umdenken der Lösungen zwang.

So beschäftige SAP sich auch mit unterschiedlichen Addon Ansätzen im SRM Umfeld – sei es im strategischen, als auch im operativen Bereich. Jedoch immer mit dem Fokus auf das hauseigenen ERP System. Bis man sich von den modernen Marktanforderungen des US-amerikanischen Raums belehren ließ, wie Geschäftsverbindungen von heute in einem stark online-geprägten Umfeld aussehen können. Deswegen akquirierte die SAP bereits 2012 das amerikanische Business-Network Ariba.

 

Das führende Online-Portal für B2B Commerce, welches sowohl Kunden als auch Lieferanten branchenübergreifend verbinden konnte – vernetzt in einer cloud-basierten Lösung. Somit wurde der klassische Source-to-Pay-Prozess aus Kundensicht mit einem e-Commerce aus Lieferantensicht verheiratet. SAP ist mit dieser Akquise in der Lage, über den gesamten Procurement-Lifecycle hinweg den Kunden maßgeschneidert, sowohl webbasierte- also auch ERP integrierte, Lösungen aus einer Hand anbieten. Mittlerweile verknüpft SAP mit Ariba 2 Millionen Unternehmen und erzeugte damit im Jahr 2015 knapp eine Trillion Transaktionen.

Dabei wird sowohl den Verkäufern, als auch den Käufern der Umgang mit der Online-Plattform so einfach wie möglich gestaltet. Nach dem Prinzip eines Amazon Portals stützt man sich auf B2B Geschäftsbeziehungen mit regelbaren Abläufen. Aus der Sicht des Lieferanten kann mittels eines von SAP Ariba unterstützen Onboarding-Prozesses eine Web-Oberfläche zur Darstellung der eigenen Produkte und Leistungen der Zugang zum Markt geboten werden – aber es werden ebenso komplette Einbindungen von Produktkatalogen und Preisinformationen unterstützt. Damit erreicht man als Lieferant eine neue Dimension an Vertriebsmöglichkeiten um in einem internationalen Business-Network mitzuwirken.

 

Für den Einkäufer bietet sich die komplette 360 Grad Sicht auf die Beschaffungsprozesse. Im Bereich Sourcing ermöglich das Netzwerk eine einfache Suche nach Anbietern von Produkte und Dienstleistungen – sowie eine umfassende Möglichkeit von Ausschreibungen. Es können dabei auch Lieferanten außerhalb des Ariba-Netzwerks dazu eingeladen werden. Vom strategischen Einkauf können dann mittels Rahmenverträge Kontingente und Preise mit den Lieferanten fixiert werden. Diese Verträge sind ebenfalls in der Ariba-Plattform erstell- und verwaltbar. Im operativen Einkauf können die Bedarfsträger in den Beschaffungsprozess eine moderne UI-Technik direkt mitwirken.

Das Ariba-Portal bietet allen Prozessbeteiligten ein gemeinsames System zum Kollaborieren. Es können ähnlich wie bei Amazon in freigegebene oder auch in allen Sortimenten die Bedarfe festgelegt und über definierte Freigabeprozesse in Bestellungen an den Lieferanten umgewandelt werden. Dabei stehen die gewonnenen Informationen aus der operativen Beschaffung für die Planung des strategischen Einkaufs zur Verfügung. Wenn alle Beschaffungskanäle konsolidiert sind, können daraus Themen wie Spend Management, Lieferantenbeurteilungen, Beschaffungsströme, Produktvergleiche und Digitalisierung der Prozesse von der Anforderung bis zur Bezahlung wesentliche Einsparungen in einem modernen Einkauf ermöglichen.

Einen besonderen Vorteil erhält man auch durch die ERP Integration sowohl der Verkaufs- als auch der Einkaufsprozesse. Nicht nur über das SAP ERP System können die unterschiedlichen Prozessschritte in die eigenen ERP Prozesse eingebunden werden. Es können auch kleinere Lieferanten ohne ERP System in den Prozess elektronisch mit eingebunden werden. Und damit wesentlich an der Arbeitserleichterung und gleichzeitig der Transparenz der Beschaffungsstrategie mitwirken. 

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